Monday, April 27, 2015

Wieder zuhause....und Bilder

Ich bin wieder zurück in Deutschland, ein wenig angeschlagen diesmal. Zum Einen ob der bereits beschriebenen Situation in Limbe, zum Zweiten ob der von mir erwarteten Entscheidung ob ich nicht für länger runterkommen kann um zu helfen und zum Dritten habe ich mir Dengue Fieber eingefangen.

Laut Tropeninstitut nicht dramatisch, hat nur zur Folge, das ich aktuell sehr wenig Appetit und kaum Kraft habe. Schonen ist angesagt, ich muss Ruhe bewahren bis es wieder vorbei ist. Super Ausrede für die Abwicklung der Reisewäsche und die Umstellung des Kleiderschrankes auf den anstehenden Sommer. 

Der Rückflug war wie im letzten Jahr aufgrund von leichtem Nieselregen verzögert, Flieger in Paris, auch wie im letzten Jahr, bereits weg und ätzende 3 Stunden Wartezeit total erschlagen auf sehr unbequemen Stühlen. Aber Berlin hat mich mit Sonnenschein, viel Grün und blühenden Bäumen empfangen, besser geht es gar nicht. 

Wie immer vielen Dank für Eure Geduld und Eure Begleitung und bis zum nächsten Mal. Die Bilder sind jetzt endlich über den Link nebenan zu erreichen. Viel Spaß.

Monday, April 20, 2015

Wandertag


Ich habe - das erste Mal in drei Jahren - einen Tag frei genommen und fuer die Volontaere einen Ausflug organisiert. Wir sind zum Wandern in einen riesigen Mangrovenhain gefahren. Ausgeruestet mit jeder Menge Antimueckenallerlei haben wir unser Leben als erstes drei verrueckten Mopedfahrern anvertraut...

45 min jeweils zu dritt auf einem Moped mit Höchstgeschwindigkeit in die Wildnis. Endlich mal die Straßen im Tageslicht und ganz viel Landschaft. Jede Menge Palmen, strahlender Sonnenschein und gefuehlte 40 Grad. Dann, nach endlosem Auf- und Ab  ueber Buckelpisten und vielen neuen blauen Flecken am Hinterteil (ich war die Leichtere und durfte ganz hinten sitzen) auf einmal Stille, Vogelgezwitscher und Frieden.

Zwei Stunden Wanderung durch Wald und Mangrovenhaine, riesengroße Bäume, eine Rast am Ozean, in einer Bucht in der das Wasser deutlich heißer war als meine Badewannentemperatur und das will was heißen. Es war großartig mal aus der Stadt und dem Lärm heraus zu kommen. Die Bilder später werden fuer sich selbst sprechen.

Heute morgen habe ich noch Eve besucht. Fuer die, die neu als Leser hinzugekommen sind: Eve ist ein Schimpanzenmädchen und war bei meinem ersten Aufenthalt hier unten sehr sehr krank. Sie war danmals in Quarantäne, in einem winzigen Käfig, hat nichts gegessen, nichts getrunken und hat kaum auf Ansprache reagiert. Der Abschied damals viel sehr schwer, weil ich davon ausging, dass ich sie nicht noch einmal wiedersehen wuerde. Ein Jahr später war sie fast wieder ganz gesund, immernoch in Einzel“haft“ aber quicklebendig. Man hat allerdings meist nur ihr Hinterteil gesehen, weil sie dort immer gekrault werden wollte. Jetzt ist sie seit mittlerweile fast einem Jahr wieder zurueck in der Gruppe auf der Insel und gluecklich wie eh und je. Wenigstens etwas wirklich Schönes.

Dafuer gibt es aktuell wohl zwei TBC Fälle bei den Drills. Das bedeutet leider meistens, dass sie eingeschläfert werden muessen, weil die Räumlichkeiten eine wirkliche Trennung selbst in der Quarantäne nicht möglich machen und die Ansteckungsgefahr einfach zu groß ist.

Gestern habe ich einen ganzen Tag im Buero verbracht und endlich die Kontoführung aufgeräumt. Jetzt stimmen die Buecher wieder mit der elektronischen Version überein und das Bargeld hat auch einen Namen. Das ändert zwar an der miserablen Situation hier unten nichts mehr, aber es erleichtet Jennifer zumindest das Leben solange sie noch durchhält.

Tuesday, April 14, 2015

Hab Geduld und nicht kratzen....

Das ist das aktuelle Motto des Tages. Die Moskitos sind vom Klimawandel angepisst, anders kann ich mir ihre Aggressivität nicht erklären. Es regnet viel zu frueh und viel zu viel und das lassen sie an uns aus. Ich sehe ausserdem schon wieder aus, als hätte ich versucht boxen zu lernen. Mein ganzer Körper ist übersaeht mit blauen Flecken von Schubkarren, Eimern, Käfigen etc. und zusätzlich mit gefühlten 2 Mio Stichen. Sexy geht anders...

Meine Welt hier unten geht unter. Es gibt keinen Tag mehr an dem genug Futter da ist fuer die Tiere, die meisten der Pfleger interessieren sich überhaupt nicht mehr fuer ihre Abteilungen. Die aktuellen Volontaere sind hier, weil sie gehoert haben, sie koennen mit Babyschimpanzen spielen und sind schwer erstaunt, dass dies nicht die taegliche Arbeit ist. Das hollaendische Programm leistet hier mal richtig beschissene Arbeit...merkt man eigentlich, dass ich angepisst bin...

Das bisschen Gruenzeug, das es noch zu fressen gibt verrottet in der Kueche und warum auch immer die Verantwortlichen hier im Anzug auflaufen um Fruechte zu schneiden, das werde ich nicht begreifen.

Der Nationalpark ist in weite Ferne gerueckt. Pandrillus, die Organisation, die das Ganze hier ins Leben gerufen hat, antwortet auf keine Email geschweige denn, dass sie versuchen wuerden ein neues Management zu installieren. Das bedeutet vermutlich keines der Tiere wird jemals wieder in Freiheit leben.


2015 hat so gut begonnen und mittlerweile ist es eines meines besch... Jahre jemals geworden.

Thursday, April 09, 2015

Besuch aus Portland, Oregon

Diese Woche ist ein Fotograf hier, der sich mit dem Aussterben der Menschenaffen weltweit beschaeftigt. Wen es interessiert, hier die Links zu seinen Seiten.

Er wohnt im Miramar, das mittlerweile eine sehr grosse Baustelle ist, den der Neubau, der seit 1,5 Jahren laeuft ist noch nicht besonders weit gekommen....aber es steht schon eine Wand...

Ich bin heute mal bei den Schimpanzen und werde nachher Eiscreme fuer morgen basteln...

Tuesday, April 07, 2015

Was war gleich nochmal das Internet?


Wir sind 4 Volontaere, 3 hollaendische Maedels und ich plus eine weitere Hollaenderin, die demnaechst hier runter zieht um die Koordination des kompletten Voloprogramms zu uebernehmen…ganz nette Truppe. Samstag nachmittag haben wir entspannt am Strand (7 Weiber) verbracht und gutaussehenden Kamerunern beim samstaeglichen Workout zugesehen.

Aktuell laeuft im zweiten Jahr ein Festival fuer Kunst und Kultur, FESTAC 2015 auf dem hiesigen Sportplatz und fuer den Eroeffnungsabend waren wir VIPs, weil die grosse Schwester eines unseres Tierpflegers im Orgakommittee sitzt. Also grosser Bahnhof, mit Tribuene und allem moeglichen Zip und Zap. Livebands, viel viel zu sehen, sehr entspannte Stimmung.

Sonntag habe ich angefangen zu arbeiten, erstmal einen Tag in der Kueche, da ist man schon vormittags mit durch. Gestern und heute dann Quarantaene. Chinoise, die kleine Schimpanzendame, die im letzten Jahr gerade angekommen war ist mittlerweile auch im Kindergarten und hat gleich erstmal versucht mein Tattoo abzukratzen. Gorillas scheint sie nicht zu moegen. Aber nun ist es bewiesen, es ist echt.

AWir hatten heute einige Stunden heftigen Regen, die Sonne war jetzt schon zwei Tage nicht mehr da, da werden die Sachen auch gar nicht mehr trocken. Leiser Vorgeschmack auf die Regenzeit, von der ich jetzt in jedem Fall genug habe und ich hoffe ab morgen ist es wieder heiss. Ich laufe hier noch Gefahr zu erfrieren.

Friday, April 03, 2015

Bin da...


Also, ich bin heil angekommen, nachdem es noch einmal helle Aufregung gab vorm Abflug gab. In der Warteschlange zur Gepäckaufgabe hat mich ein komisches Gefühl gepackt und nicht getäuscht, ich hatte meine Kreditkarte vergessen. Also ist Christian ins Taxi gesprungen und hat sie mir rechtzeitig eine halbe Stunde vor Abflug übergeben. War aber letzten Endes vermutlich ganz umsonst die ganz Aufregung, die Karte funktioniert scheinbar nicht mehr. Zumindest bei der ersten Bank...mal sehen was ein zweiter Versuch später bringt.

Die Temperatur ist unverändert, bin gestern mit über 2h Verspätung bei 32 Grad um halb 7 abends aus dem Flughafen getreten, kein Fahrer weit und breit, der hat im Auto geschlafen. Gut, dass es Telefone gibt. Die Luftfeuchtigkeit fühlt sich höher an, aber das mag am Alter liegen.

Das Haus ist noch weiter runtergerockt, ein Great Dane ist eingezogen und sie (Coco) ist leider nicht stubenrein, aber wenigstens hinterlässt sie ihre Grüße nur in einem Raum. Aber sie ist wunderschön, sehr groß, total lieb und sehr groß...und schwarz und vor allem groß. In der Küche gibt es kein Wasser mehr, aber wir haben ja ein Bad. Das andere ist mittlerweile für die Hundegeschenke vorgesehen, da muss man also nicht zwingend duschen. Der Garten ist wahnsinnig grün, das Meer immer noch dreckig und die Bäckerei um die Ecke ist leider seit 8 Monaten zu.

Im Center ist einiges passiert. Quarantäne ist komplett betoniert, neue Käfige sind aufgestellt, es gibt diverse neue Satellites (kleine Beikäfige an den Außengehegen), weil einige der Drills mittlerweile ins Dorf gehen und dort die Mülltonnen plündern. Das bedeutet, sie können nicht mehr alle draußen bleiben und müssen leider eingesperrt werden.

Benito war heute zufällig draußen und hat mich wie erwartet mit einem großen Theater begrüsst. Die Touristen waren begeistert, weil bis ich aufgetaucht bin hat er wie immer nur rumgesessen und dann plötzlich Action. Mal sehen wie lange es diesmal dauert, aber ich darf eh erst ab Sonntag überhaupt an die Tiere ran wegen der Quarantäne, dann sind drei Tage um, vielleicht ist dann schon alles gut.

Jen schmeißt jetzt tatsächlich den Laden hier alleine. Sie hat aktuell seit Januar eine amerikanische Tierärztin da zur Unterstützung, die zumindest 7 Monate bleibt und vier holländische Volontärinnen. Mal sehn wie sich das anlässt. Ansonsten trägt sie die komplette Verantwortung allein und muss sich um all das kümmern, was vorher auf 3 Schultern lastete. Pandrillus macht bisher wohl keine Anstalten sich um Ersatz zu kümmern. Das schafft sie aber nicht auch noch nebenbei.

Ich werde wohl einigermaßen viel im Büro helfen diesmal und versuchen die Buchhaltung auf Vordermann zu bringen. Da sind so viele Baustellen hier, irre. Gerade sehe ich einen 30cm hohen Stapel an Quittungen, der dringend mal ins System müsste, aber heute habe ich noch frei.