Friday, October 08, 2010

In Flanders Fields Museum (IFFM) / Zeremonie Menintor

Das Thema ist kein Schönes, aber das Museum ist toll. Es ist eindrucksvoll, es ist realistisch und vor allem ist es sehr sehr beängstigend. Am Anfang bekommt jeder Besuche eine Art Chipkarte mit Barcode. Mit dieser Karte bekommt meine eine wirkliche Identität aus der Zeit des ersten Weltkrieges. Während man durch das Museum läuft kommt man immer wieder an Stationen vorbei an denen man seinen Barcode scannt und erfährt wie es einem ergangen ist
Ich war Nellie Spindler, eine englische Krankenschwester und bin sehr jung gestorben, Mein Grab habe ich auch gesehen, denn ich liege als einzige Frau auf dem Lissnmarj Friedhof, wo auch Karyns Verwandter liegt.

Im Laufe des Rundgangs wird man immer wieder von plötzlichen Geräuschen (Flugzeugen, Schüssen, Bombeneinschlägen) erschreckt und die ganze Zeit hört man Stimmen und bekommt einen sehr realistischen Eindruck davon, wie schrecklich es in den Schützengräben gewesen sein muss.

Es ist ein wenig irre, wenn man dran denkt, dass ohne die ヨsterreicher und die Deutschen dies alles nie passiert wäre, aber andererseits gibt es ja bis heute und wird auch immer Verrückte geben, die Kriege führen.

Die Zeremonie, die jeden Abend am Menintor stattfindet, die findet zu Ehren der vielen Soldaten statt, die Ypres nie mehr verlassen haben. Es finden sich sämtliche in der Stadt befindliche Touristen ein, lauschen den Hörnern, die geblasen werden und dann werden Mohnkränze im Gedenken an die Verstorbenen abgelegt. Jeder der möchte, kann sich anmelden und selber Blumen niederlegen.

Das mit den Mohnblumen hängt wohl mit einem Gedicht von 1916 zu tun, in dem der Mohn auf den Soldatenfriedhöfen erwähnt wird und mittlerweile ist er zu einem Symbol geworden.